Technologie entwickelt sich selten linear, aber sie schafft vollendete Tatsachen. Wenn wir über Künstliche Intelligenz sprechen, blicken wir meist gebannt auf das nächste Modell-Update, die nächste Finanzierungsrunde oder das nächste Gadget. Wir reagieren, staunen oder warnen – doch wir hecheln hinterher. Wenn eine Technologie erst einmal flächendeckend in unseren Taschen, Wohnzimmern oder auf unseren Nasen gelandet ist, lässt sich die gesellschaftliche Uhr kaum noch zurückdrehen.
Die vollendete Zukunft – das Futur II – zwingt uns zu einem radikalen Perspektivwechsel. Statt nur zu fragen, was heute technisch machbar oder wirtschaftlich profitabel ist, stellen wir die entscheidende gesellschaftliche Frage: Welche Zukunft wollen wir gehabt haben, wenn wir in zehn Jahren zurückblicken?
Haben wir zugelassen, dass der öffentliche Raum zur permanenten Überwachungszone verkommt – oder haben wir Privatsphäre direkt in das Silizium unserer Hardware gegossen?
Haben wir Menschen mit Behinderungen durch Verbote von digitaler Teilhabe abgeschnitten – oder haben wir Barrierefreiheit zum Treiber für humanzentrierte Innovation gemacht?
Haben wir uns zu passiven Datenlieferanten degradieren lassen – oder haben wir die demokratische Kontrolle über unsere digitale Lebenswelt behauptet?
futurperfekt.net ist weder technikfeindlicher Kulturpessimismus noch naiver Silicon-Valley-Optimismus. Es ist ein Raum für technologiepolitische Interventionen, streitbare Manifeste und konstruktive Architekturvorschläge. Wir glauben: Fortschritt ist kein Schicksal, das über uns hereinbricht, sondern eine Gestaltungsaufgabe.
Wir starten diese Plattform mit dem BLIND-TRUST-Manifest – einem konkreten Vorschlag, wie Smart Glasses unseren Alltag bereichern können, ohne das Vertrauen im öffentlichen Raum zu zerstören.
Es ist der erste von vielen Schritten, um die Weichen richtig zu stellen. Bevor es zu spät ist.
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